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Pfahlbauten unserer Region als Teil des UNESCO-Welterbes

Die Aufnahme von sechs Pfahlbaustationen aus dem Berner Seeland in das UNESCO-Welterbe hat die Öffentlichkeit an die Bedeutung der prähistorischen Fundstätten in unserer Region erinnert. Doch schon um die Mitte des 19. Jahrhunderts machten sensationelle Fundgegenstände aus der Jungsteinzeit, der Bronzezeit und der Eisenzeit Forscher aus ganz Europa auf die Drei-Seen-Region aufmerksam. Sammler wie der Nidauer Friedrich Emmanuel Müller und Friedrich Schwab trugen dazu bei, dass in der ganzen Schweiz eine Art "*Pfahlbaufieber" ausbrach.



Seit dem 28. Juni dieses Jahres gehören die sechs folgenden Pfahlbaustätten unserer Region zum UNESCO-Welterbe:

Die Fundstätte am Lobsigensee: Diese Stätte zeichnet sich durch das Fehlen von Pfählen aus - vermutlich war die Siedlung nur geringen Schwankungen des Seespiegels ausgesetzt. Eine Besiedlung ist für den Zeitraum zwischen 3900 und 3600 Jahren vor Christus nachweisbar.

Die Pfahlbaustation von Twann: Die Fundstätte von Twann wurde 1876 entdeckt, ihre Bedeutung wurde aber erst anlässlich der Notgrabungen erkannt, die ab 1974 während des Baus der N5 stattfanden. Eine der wichtigsten archäologische Erschliessungen der modernen Schweiz konnte für den Zeitraum zwischen 3800 und 3000 Jahren vor Christus eine Abfolge von 25 Pfahlbaudörfern nachweisen, deren Baustil sich im Laufe der Zeit erheblich veränderte. Die sensationellen Funde aus dieser Notgrabung veranlassten die Behörden, die archäologischen Forschungen rund um den Bielersee fortzusetzen.

Die Pfahlbaustation von Lüscherz: Die Pfahlbaustation von Lüscherz wurde in den Jahren 1868-72 zwar teilweise ausgeplündert, der noch nicht erschlossene Teil ist aber gut geschützt. Der Standort Lüscherz war zwischen 3800 und 2600 vor Christus besiedelt. Er hat der "Lüscherzer Kultur" den Namen gegeben, die  um 2900 vor Christus ihren Anfang nahm. Diese Kultur ist für eine Keramik  bekannt, deren Herstellungsverfahren sich im Laufe der Zeit immer weiter verbessert hat.

Die Pfahlbaustation von Sutz: Die Fundstätte wurde schon um 1854 entdeckt, sie umfasst unter anderem zwischen 50 000 und 60 000 Pfähle. Sie ist wegen der Erosion gefährdet. Funde sind für den Zeitraum zwischen 2800 und 2600 Jahre vor Christus nachweisbar, und zwar aus mehreren Dörfern. Der bisher aussergewöhnlichste Fund: ein annähernd 5000 Jahre altes Fischernetz. Die Spuren eines Dorfbrandes lassen vermuten, dass noch weitere interessante Gegenstände erschlossen werden können.

Die  Pfahlbaustation von Vinelz:
Von dieser Fundstätte stammt unter anderem ein Rad mit 50 Zentimetern Durchmesser, welches in der Zeit um 2750 vor Christus gefertigt wurde. Der grösste Teil der Station ist aber noch intakt und wird von einer dicken Sandschicht relativ gut geschützt. Die Funde stammen aus dem Zeitraum zwischen 2800 und 2600 vor Christus.

Die Pfahlbaustation von Vingelz: Die Fundstätte von Vingelz wurde 1874 entdeckt, blieb aber praktisch unberührt. Sie zeugt möglicherweise vom Bevölkerungsdruck einer frühen Zeit, denn die Bauern und Viehzüchter des Ortes mussten auf bewirtschaftete Flächen in der unmittelbaren Umgebung verzichten. Die Funde zeugen von einer Siedlungstätigkeit im Zeitraum zwischen 2970 und 2700 vor Christus. Insgesamt wurden an dieser Fundstelle bisher fünf Pirogen gefunden.

Die soeben aufgeführten Pfahlbaustationen stehen für insgesamt 1000 Fundstellen, darunter 450 aus der Schweiz, die im Januar 2010 im Rahmen der Kandidatur für die Aufnahme ins UNESCO-Welterbe dem zuständigen Ausschuss zur Begutachtung vorgelegt wurden. Im Verlauf der Überprüfung  wurden 111 Standorte ausgewählt, weil sie für das Phänomen der Bauweise auf Pfählen als besonders charakteristisch betrachtet wurden. Somit musste aus den 50 Fundstellen im Kanton Bern eine Auswahl getroffen werden - die Wahl fiel schliesslich auf die sechs oben beschriebenen Stätten im Seeland. Sie stehen fortan unter einem besonderen Schutz.

Die Aufnahme dieser Pfahlbaustationen ins UNESCO-Welterbe knüpft an das Werk der frühen Pfahlbauforscher unserer Region an, vor allem an das Vermächtnis von Friedrich Schwab. Dass die Zeugen prähistorischer Zivilisationen aus der Region der drei Seen schon 1867 weltweit Aufsehen erregten, ist vor allem seinem Engagement zu verdanken.

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